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Schloss Dèg

Auf dem Weg zu früherem Glanz


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Nach Veszprém

Festetics Schloss in Dég

Kaum ein Tourist der durch Ungarn reist, denkt welche Schätze dieses Land verbirgt. Neben den Csárdás, Paprika und der Puszta, hat Ungarn ein sehr reiches kulturelles Erbe an Burgen, Schlössern und Herrenhäusern mit ländlichem Flair. Leider genießen nur wenige dieser Bauten internationale Bekanntheit – wie das Schloss Fertôd, das dem Schloss von Versailles ähnelt, oder das Schloss Festetics in Keszthely, welches das drittgrößte Schlossgebäude von Ungarn ist – denn die meisten Schlösser kennen nicht einmal die Ungarn selbst. Schuld daran ist die Geschichte Ungarns und der Mensch selbst, der dieses kulturelle Erbe kaum geschont hat.

Das Schicksal des Schlosses in Dég ist typisch für ähnliche Bauten des Landes. Der Bauherr, Antal Festetics, war ein Mitglied der Familie Festetics, eines der bedeutendsten und einflussreichsten Adelsgeschlechter Ungarns und in der Monarchie. Die Planung des klassizistischen Schlosses überließ er einer nicht weniger bekannten Persönlichkeit – dem späteren Baumeister des ungarischen Nationalmuseums. Die Ähnlichkeit verblüfft bis heute noch. Das prächtige Gebäude umgab eine herrliche Parkanlage mit einem See, einer Insel, Tennisplätzen, einer Grotte, einem Pool und allem Luxus, den man sich zur damaligen Zeit nur vorstellen konnte. Vier Generationen der Festetics lebten hier und verschönerten das Schloss von Dég bis zum 2. Weltkrieg.

Das Schicksal der meisten ungarischen Schlösser...

Das Schloss von Dég blieb im 2. Weltkrieg nicht verschont. Von der Familie verlassen, diente es erstmal als Militärkrankenhaus der deutschen Truppen, später wurde es von den Russen besetzt. Die Einrichtung, das Mobilliar und ein Großteil des Inventars wurden entweder zerstört oder mitgenommen. Die Bücher, die Gemälde, ja sogar das Parkett wurden verfeuert. Den Rest nahm die umliegende Bevölkerung an sich. Nach dem Krieg konnte die Familie nicht mehr zurückkehren. Das Gebäude wurde verstaatlicht und diente zunächst als Erholungsheim für ungarische Kinder. Später diesnte es als Flüchtlingslager für griechische Sprößlinge, bis dann letztendlich ein Weisenhaus in dem ehemaligen Herrschaftssitz eingerichtet wurde - wie übrigens in vielen anderen ungarischen Schlössern auch. Einige dieser Heime wurden mit der Wende geschlossen, einige existieren auch heute noch.

Das Schloss von Dég übernahm 2001 das ungarische Institut für Denkmalschutz und begann mit der Renovierung des vollkommen verfallenen Schlossgebäudes und dem umliegenden Park. Heute ist das Schloss mit den ehemaligen Prunkräumen sogar zu besichtigen, zumindest was davon gerettet werden konnte. Eine interessante Ausstellung erzählt über die Geschichte des Schlosses: hier wird das geheime Zentrum der ungarischen Freimaurer vermutet. Daneben lockt einer der schönsten Landschaftsgärten des Landes. Der Park ist im Wandel, der See wird ausgebaggert und das ehemalige holländische Haus, eine Art Kurort der Familie, wird auch renoviert. Es ist noch vieles zu tun, ein Besuch ist trotzdem unbedingt empfehlenswert und hilft natürlich Geldmittel für die Renovierung zu sammeln!